In der Warteschleife

In der Warteschleife

Donnerstag 01.07 — Mittwoch 14.07

Sooo Hallo, endlich melden wir uns wieder, jetzt schon aus dem Basislager im Tien Shan. Wie schon angekündigt entschuldigen wir uns dafür, dass wir euch so lange auf Neuigkeiten von uns haben warten lassen... Auch wir hingen quasi in der Warteschleife. Aber wir haben euch ja versprochen, dass ihr nichts verpassen würdet. Deswegen fangen wir erstmal wieder da an wo wir in dem letzten Eintrag aufgehört haben. Auf der schönen grünen Wiese im BC am Pik Lenin.




Wir haben Ruhetag, essen Brot und trinken frische Milch von der netten Nomadenfamilie nebenan und liegen im Zelt bei nicht dem besten Wetter. Wir erwarten nichts spannendes mehr an diesem Nachmittag doch irgendwann steht Bachram (unser Fahrer vom Hinweg) zwischen unseren Zelten und

fragt ob er uns spontan mitnehmen soll nach Osh. Er hat Touristen hergebracht, uns gesehen und dachte sich, bevor er leer zurück fährt, fragt er doch mal ob wir nicht schon mit wollen. Wir sind etwas überrumpelt und besprechen uns kurz, müssen ja auch klären wo wir in Osh übernachten können. Bachram bietet großzügig an bei ihm zwei Nächte zu bleiben bevor wir dann planmäßig zur Oma gekonnt hätten. Doch die Oma gibt zeitnah das Ok, dass wir kommen können. Wir verabschieden uns herzlich von der Nomadenfamilie, packen unsere Sachen und sitzen pünktlich eine Stunde später um 19.00 Uhr bei Bachram im Auto und fahren nach Osh.

Der erste Laden, der noch offen hat, wird von uns geplündert.



Gegen 01.00 Uhr kommen wir dann in Osh an.

Vor dem Schlafengehen nimmt jeder noch die erste richtige Dusche seit langem. Ein Traum: warmes Wasser, ein Bett und ein doch etwas erschreckendes Spiegelbild was uns erwartet. Dann wird sich ins Bett gekuschelt und wir nehmen wieder die urbanen Geräusche wahr, Verkehrslärm, entfernte Unterhaltung und Fernseher hatten wir lange nicht gehört.

Samstag gab es dann als erstes ein geiles Frühstück mit mittlerweile reifen Kirschen aus dem Garten der Oma und das obligatorische Omelett. Wir haben es genossen einfach wieder in der Zivilisation zu sein, ein Dach über dem Kopf, alles trocken und es war einfach schön bei der Oma zu sein. Am Mittag sind wir dann aufgebrochen in die Stadt, um endlich die heiß ersehnten Pommes zu essen auf die wir uns alle echt lange gefreut haben. Das nächste Fast-Food-Restaurant sollte es dann sein. Die sehr jungen Kellner sind alle sehr begeistert von uns und wollen Kontakte austauschen. Für uns neue Instagram Follower. Und Nele hat einen neuen Verehrer. Nächster Tagespunkt war dann der Friseur. Wir sahen doch etwas zerzaust aus, deswegen haben Matthias, Elias und Milan etwas Kontur in Haare und Bärte schneiden lassen.

Die ganze Prozedur beim Friseur war sehr langwierig und hat uns ca. drei Stunden gekostet. Das macht natürlich hungrig und so gehen wir des frisch geschorenen Milans lang ersehnte Fleischspieße vom Holzkohlefeuer essen, danach wird Matthias Sehnsucht nach Wassermelone gestillt.



Doch das war eigentlich nur die Vorspeise für das Abendmahl bei der Oma. Es gab Plov. Der war wieder hervorragend! Pappsatt sind wir dann alle ins Bett gefallen um uns auszuruhen für Sonntag, Ruhetag Nr. 2. Wir haben wirklich nicht viel gemacht außer am Nachmittag Espresso trinken, wahlweise Milchshakes, dann gab es wieder Fleischspieße und schon war der Tag vorbei und wurde mit einem netten Abendessen abgerundet.

Montagfrüh dann der Coronatest, es ist brutal heiß hier in Osh. Den Test brauchen wir um über die Grenze nach Usbekistan zu kommen und unsere Visa zu verlängern. Das Krankenhaus oder Testzentrum war ein spannender Ort, es ging drunter und drüber und Corona wurde nicht ganz so ernst genommen, so kam es für uns rüber.

Es darf natürlich kein Tag hier ohne Fleischspieße, Samsas oder Lachman (gefüllte Teigtaschen und ein Nudelgericht) vergehen. Bei Globus kaufen wir Snacks, danach geht es zu fünft im Kleinwagen-Taxi nach Hause für einen sagenhaften Euro. Es kommt wohl so rüber als würden wir vom Essen nicht genug bekommen und würden nichts anderes machen... Irgendwo stimmt der Gedanke auch wenn man das hier so liest, aber neben dem Essen und Vorräten auffüllen organisieren wir auch einiges für den Weiterweg und den 2. Teil der Expedition. Außerdem ist es wie gesagt so das uns die Behörden teils in die Warteschleife gesetzt haben. Doch jetzt auch wieder genug Organisatorisches, abends waren wir wieder essen. „Fastfood“, wir hatten Lust auf Burger Pommes und Pizza. Im Laufe des Abends hat sich dann herausgestellt, dass Fastfood nicht immer ganz so schnell ist und es an diesem Abend eher Slowfood wurde.

Da Montags wie ihr ja alle wisst kein Basartag ist waren wir also am Dienstag auf dem Basar einkaufen. Jeder das worauf er grade so Lust hat (viele Melonen) und natürlich auch Expeditionsrelevante Dinge. Eigentlich wollen wir jetzt nicht schon wieder darauf eingehen das wir nach dem Basar sehr schön am Fluss essen waren, aber für einen von uns spielt das im späteren Verlauf noch eine wichtige Rolle. Aber dazu später mehr. Wir schlendern noch weiter durch den am Basar anschließenden Freizeitpark, fahren Riesenrad und treffen Neles Verehrer aus dem Fastfood Restaurant wieder, der sie zu einem Freibadbesuch einläd.

Leider reicht dafür unsere Zeit in Osh nicht aus... Zurück bei der Oma haben wir uns dann alle über unsere negativen Testergebnisse gefreut. Zur Feier des Tages kühlt ein Regenschauer die Außentemperatur etwas runter und so sinkt das Thermometer über den Tag doch unter die 40 Grad. Wir gehen spazieren durch den Lenin Park, freuen uns über ein schönes Restaurant und ein kühles Bier. Für 4 von uns ist der Abend dann vorbei und es geht ab ins Bett. Doch für Milan soll die Nacht erst richtig beginnen. Das Essen aus dem Restaurant am Basar war wohl nicht mehr ganz so gut und bekommt ihm nicht so gut... Also wird derPendelverkehr zwischen Bett und Toilette aufgenommen und läuft auf ein nächtigen neben der Schüssel hinaus. Eine Lebensmittelvergiftung ist halt einfach kein Spaß...

Leider sind unsere Visa immer noch nicht da was uns zu einem weiteren Ruhetag in Osh zwingt. Zum Glück von Milan der den Tag zur Erholung nutzen kann und nicht über die Grenze nach Usbekistan muss.

Der Rest nutzt den Tag zum Tour de France gucken bis es am Abend bei Philipp mit dem Unwohlsein los geht. Das ist eine der schlechten Nachrichten, eine gute ist, dass unsere Visa da sind, die nächste schlechte, dass es nur 4 Visa sind. Das von Matthias ist nicht da... Da haben die Behörden etwas schlampig gearbeitet...

In ständigem Kontakt mit den Behörden beschließen wir uns aber doch Donnerstag früh zum Borderhopping nach Usbekistan, um dort ein Eis zu essen und wieder zurück nach Kirgistan zu kommen. Philipp geht es nicht gut, doch er nimmt die Strapazen auf sich. Und auch Matthias kommt mit, da wir hoffen, dass wir das Visa auf dem Weg noch zugeschickt bekommen.

An der Grenze bekommen wir teils eine bevorzugte Behandlung durch unsere Roten Reisepässe. Aber so ein Grenzübergang hier zu Lande ist trotzdem kein Kinderspiel, Körperkontakt viel Gedränge, von Corona keine Spur...


Kurz nach der Einreise nach Kirgistan bekommt Matthias dann die Nachricht über sein verlängertes Visa. Um das Ganze vielleicht kurz zu erklären warum wir den ganzen Stress machen, wenn Matthias doch auch so einreisen kann. Wir haben das Privileg für einen Aufenthalt von 60 Tagen in Kirgistan kein Visum zu benötigen, da wir aber für den zweiten Teil der Expedition länger als 60 Tage benötigen haben wir ein 90 Tage eVisa beantragt. Um dieses geht es hier. Soviel dazu.

Matthias kann nur leider nicht direkt wieder über die Grenze, da der geforderte Coronatest abgelaufen ist. Also Test Nr. 2 für ihn. Der Rest wartet bei der Oma und Philipp hat Zeit sich auszukurieren. Wir sind jetzt einen Tag in Verzug.

Freitag bekommt Matthias dann sein negatives Testergebnis und springt über die Grenze, in Rekordzeit. Es war nicht viel los. Um Zeit in Bishkek zu sparen gehen wir am Mittag unsere Privatsnacks sprich Schokolade und viel Haribo einzukaufen. Ansonsten packen wir für die Fahrt nach Bishkek. Wir sind jetzt zwei Tage in Verzug. Da es Philipp am Abend noch nicht so ganz wieder gut geht bleibt er zu Hause bei Ayran und Salzbrezeln und der Rest geht anständig essen.

Der Fahrer ist organisiert für Samstag. Samstag 7 Uhr Abfahrt... So der Plan mit einem Auto, welches unser Gepäck samt uns nach Bishkek bringt.

Wir sind also pünktlich um 07.00 Uhr fertig und warten. 39 min später, wir haben schon Wetten laufen wann der Fahrer kommt, taucht ein roter Vito auf dessen Fahrer uns klar machen will, dass platzmäßig alles passt...Doch das ist unmöglich. Leichte Verständigunsschwierigkeiten klärt dann die aufgebrachte Oma und scheucht ihn quasi vom Hof. Mit ihr haben wir echt Glück die Frau ist super. Sie organisiert uns kurzerhand eine andere Nummer und wir klären ein weißes Auto, welches groß genug ist für 150 Euro nach Bishkek. Und eine halbe Stunde später stehen tatsächlich 2 neue Mercedes Sprinter vor der Tür. Wir sind überglücklich und fangen an einen zu beladen. Perfekt beladen fragen wir noch, ob er uns von Bishkek sogar noch nach Karakol bringen würde. Jetzt geht die Preisverhandlung los und es stellt sich raus, dass er 500 Euro haben möchte. anstatt den vereinbarten 150. Es war eigentlich eindeutige abgesprochen aber fifteen und fifty hört sich wohl doch sehr ähnlich an... 500 Euro ist uns viel zu viel wir sind für 190 Euro her von Bishkek nach Osh gefahren, also fangen wir an wieder auszuladen. Das gefällt ihm natürlich gar nicht und hitzige Verhandlungen beginnen... Zähneknirschend einigen wir uns auf 270 Euro und los, uns rennt die Zeit davon.

Nach 3 Stunden Verspätung geht es dann los nach Bishkek endlich!

Doch richtig entspannt ist der Weg nach Bishkek nicht, da unsere Übernachtung gecancelt wurde aus irgendeinem Grund. Wir wurden verarscht! Wir organisieren uns also kurzfristig ein Hotel. Leider mit Zimmern in der 3. Etage ohne Aufzug, aber ansonsten perfekt. Das ganze Gepäck wird also hochgeschleppt und dann wird endlich geschlafen.

Sonntag gibt es Frühstück mit Pfannkuchen und Kaviar. Danach statten wir einem örtlichen Bergsportgeschäft einen Besuch ab und besorgen uns noch Teile an Ausrüstung für den 2. Teil. Dann gibt es im Cafe Flask sehr guten Kaffee und Brownies. Auf dem Weg zum Großeinkauf stolpert Matthias, zuerst nicht so schlimm doch hat das ganze noch Spätfolgen später im BC. Beim Großeinkauf sind dann wieder alle Augen auf uns oder eher auf die 4 Einkaufswagen gerichtet. An der Kasse, welche wir wieder für eine halbe Stunde blockieren nutzt eine Frau die Gunst der Stunde und sackt einen Haufen Rabattpunkte oder Treuepunkte ein. Auch für uns springt dabei ein Rabatt raus. Also Win Win.




Mit 2 Taxen geht es dann zurück ins Hotel.

Wieder tragen wir viel Gepäck durchs Hotel...

Am Montag müssen wir dann unsere Visa bei der lokalen Behörde bestätigen und registrieren lassen und unser gebunkertes Gepäck entgegennehmen.

Also wieder Gepäck durchs Hotel tragen...

Elias,Milan und Matthias gehen noch zu Redfox ein Partyzelt kaufen, da unseres dem Wetter am Pik Lenin nicht ganz Stand gehalten hat. Danach beginnt das Packen, da wir um 16.30 Uhr eine Deadline für das Depot beim KAC in Bishkek haben.

Philipp organisiert abends noch Gitarre Nr. 3 und geht anschließend mit den beiden Verkäufern kneipen. Das ist dann jetzt hoffentlich die richtige für das 2. BC. Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

Dienstag Morgen ist dann erstaunlicherweise pünktlich Abfahrt nach Karakol nachdem der Sprinter beladen ist.

Es ist eine schöne Autofahrt nach Karakol.

Am Issyk-Kul-See vorbei. Eine Unterkunft haben wir bei Sergej gebucht. Wir haben unser gesamtes Gepäck dabei für den zweiten Teil der Expedition, sprich auch was wir mit dem Helikopter verschicken. Wir laden also unser Trekking-Gepäck aus dem Sprinter, den Rest bringt der Fahrer direkt zum Heliport. Kurz nachdem er wieder los gefahren ist fällt uns auf das wir auch unsere Depottonne, welche in Karakol bleiben soll mitgeschickt haben. Zu unserem Glück können wir das noch kurzfristig regeln. Tagesprogramm war dann noch einkaufen für den Trek, Wäsche waschen, Bier trinken und viele Grußpostkarten schreiben. Der erste Schwung an euch ist also auf dem Weg.

Ihr könnt aber trotzdem noch welche auf unserer Website bestellen, die es dann hier aus dem BC im Tien Shan gibt.

Abends gibt es noch ein letztes Mal Burger und Pizza. Uns geht es allen wieder gut und wir sind fit für den Trek. Dann heißt es ein letztes Mal für zwei Monate dem Komfort eines Bettes genießen. Ausblick auf morgen... Wir teilen das hier mal thematisch und machen für den Trek einen neuen Eintrag.

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