ABC und sehr viel Neuschnee

Aktualisiert: Juli 2

Montag 07.06. — Sonntag 13.06.


Wir müssen uns leider hier am Anfang schon entschuldigen das dieser Blogeintrag so blank und ohne Bilder ist.. dafür hoffen wir natürlich das er umso anschaulich geschrieben ist.

Die fehlenden Bilder, das liegt nicht an unserer Faulheit, wir machen hier sehr viele tolle Bilder und würden diese gerne mit euch teilen doch die Datenübertragung aus dem ABC ist einfach nicht ausreichend.

Nun ja, also am Montag den 07.06 war großer Umzugstag. Alle zusammen sind wir im BC am Vormittag losgelaufen mit dem Ziel möglichst viel Material ins ABC zu schaffen und dort ab dann auch zu schlafen und uns bis Anfang Juli heimisch einzurichten.

Wie das aussieht da gehen wir dann später genauer drauf ein. Gartenlandschaftsbau und Deutsche Spießigkeit…

Es war ein sehr heißer Tag und da alle die Strecke schon einmal gegangen waren konnte jeder sein eigenes Tempo gehen.

Da wir am Vortag Bestätigungsfotos von Magaritha, unserer Ansprechpartnerin vom Kyrgyz Alpine Club, bekommen haben konnten wir unser Depot welches wir ja unter den Jurten von Central Asia Travel (andere Agentur) errichtet hatten auflösen und die 200 m weiter bergauf ziehen auf das Gelände des KAC. Matthias und Elias zogen sich kurzerhand die Ski an, wir schnürten eine Konstruktion damit sie die Tonnen hinter sich durch den Schnee ziehen konnten und so war im Handumdrehen das gesamte Material am richtigen Ort.

Einen wirklich schönen Empfang hatten wir hier oben aber leider nicht. Die Berge zeigten sich von ihrer aufgewühlten Seite, es begann zu stürmen und Schneefall setzte ein. Da unser Party- oder Gemeinschaftszelt aber noch im BC stand zogen sich Nele und Elias in ihr Zelt zurück und Philipp fand nette Gastfreundschaft bei Matthias und Milan. Müde und geschafft vom Tag aber glücklich im warmen Schlafsack zu liegen wurde im Vorzelt schnell Wasser erhitzt und es gab Tütenessen.

Mag sich für den ein oder anderen vielleicht erstmal komisch anhören aber die Firma Trek‘n‘Eat hat für so eine Expedition eine gute Auswahl an Gerichten und auch Produkten wie Eipulver, Milchpulver, Dosenbrot, Butterpulver und vielen mehr. Das ganze ist in Pulverform, gefriergetrocknet und muss nur noch mit Wasser aufgegossen werden. Vorteil, sehr wenig Gewicht, schnell und reichhaltig zubereitet, lange haltbar. Das Essen ist aber eigentlich hauptsächlich für die Hochlager. Im ABC zaubert Nele aus anderen Zutaten leckere Gerichte, die uns sehr glücklich machen.

Am Dienstag bricht Philipp dann zeitig auf zurück ins BC um auf die Nachhut acht zu geben und sich um den Restlichen Transport ins ABC zu kümmern. Der Rest akklimatisiert sich jeder auf seine Art und Weise, erkundet die Umgebung ruht sich aus oder richtet das Camp wohnlich für die nächsten paar Wochen ein.

Da wir ja das Glück haben vor der Saison hier zu sein und die Agenturen ihre Camps noch nicht eingerichtet haben nutzen wir die Möglichkeit und leihen uns einen Tisch und eine Bank aus, welche später unser Gemeinschaftszelt schmücken. Es wurde noch eine Sonnenliege gefunden, dafür braucht man aber natürlich auch eine Sonnenterrasse. Damit soll es aber ich genug sein. Es wird mit einer Schaufel ein Graben ausgehoben für das Fundament einer Natursteinmauer, welche die Terrasse abgrenzt.

Von dort von aus kann man bei gutem Wetter einen tollen Ausblick auf den Pik Lenin genießen und das ABC-Personal hat mit dem Fernglas den Aufstieg gut im Blick.

Am Nachmittag setzte dann wieder Schneefall ein und alle verkrochen sich in die Zelte. Auch wenn Nachmittag und Abend nicht sehr gemütlich waren, so tat sich Nachts ein wunderschöner und sternenklarer Himmel über uns auf.

Mittwochmorgen stiegen Matthias und Nele ins BC ab. Matthias kümmerte sich um diverse organisatorische Dinge, Nele und Philipp trafen sich am Travellers Pass zur Übergabe des ersten Essenstransportes und des Partyzeltes. Ansonsten Ruhe und an die Höhe auf 4.420 m gewöhnen.

Hier im ABC gibt es keinen Internetempfang, nur Milans Handy hat in der Nähe der Toiletten etwas Netz und kann bei günstiger Wetterlage z.T. Nachrichten empfangen. Das ist der Grund warum wir uns von hier oben aus nur sehr schwer melden können, aber unser bestes geben euch auf dem laufenden zu halten.

Nele und Philipp machten am Donnerstag einen weiteren Essenstransport,

Matthias steigt wieder auf ins ABC. Milan und Elias erkunden auf Ski den Weg bis zum Leningletscher und setzen Markierungsfähnchen.

Gegen Nachmittag setzt dann wie üblich wieder das bescheidenere Wetter ein, aus Sonnenschein, bei welchem man sehr schnell verbrennt wird Schnee und Wind. An diesem Abend beim gemeinsamen Rommé spielen wurde die Schneewache eingeführt. Sprich der Reihe nach schläft einer auf der Sonnenliege im Partyzelt, und steht mindestens stündlich auf um das Zelt Schneefrei zu machen und so vor dem einstürzen zu bewahren.

Freitag 11.06. wurde von Nele, die leicht angeschlagen war, und auch Matthias als Ruhetag und zum Zweck der Akklimatisierung genutzt. Milan und Elias machen sich erneut mit den Ski auf den Weg über den Leningletscher, diesmal bis hoch zum Eisbruch auf 4.700 m. Der Weg wird mit Fähnchen markiert, was sich später noch auszahlt. Angekommen am Eisbruch wurde dieser genauestens in Augenschein genommen und überlegt wie dieser zu versichern ist.

Pünktlich zum Wochenende, Wochentage fallen uns hier oben eigentlich nur auf wenn wir Blog schreiben oder nach dem Wetter sehen, kränkelt Nele leicht. Das und der viele Neuschnee bringen den Materialtransport ins straucheln, doch Philipp schafft es kurzerhand den musikalischen Nomaden Abde mit seinem Pferd zu engagieren. Matthias, Nele, Elias und Milan nehmen dann das Material kurz vor dem ABC in Empfang. Des Weiteren wurden Überlegungen und Planungen aufgestellt, bezüglich Visaverlängerung und dem zweiten Teil der Expedition zum Khan Tengri und Pik Pobeda. Außerdem eine Strategie zur Besteigung des Pik Lenin erarbeitet.

Resultat, Sachen packen für einen Frühstart, um 4 Uhr um den Eisbruch mit Leitern und Seilen zu versichern. Gegen Nachmittag brach dann wieder der übliche Schneefall über uns ein. Dachten wir…

Über Nacht kamen 40-50 cm Neuschnee dazu was Milan den Weg zum Eisbruch ohne Ski deutlich erschwert. Da die Lawinengefahr bei so viel Neuschnee sehr hoch ist wird das Material (Leitern, Seile, Eisschrauben, Firnanker…) im Hang unterhalb des Eisbruchs sicher deponiert.

Montag soll, falls alles klappt ein erneuter Versuch gestartet werden den Eisbruch zu durchsteigen, mit anschließendem Übernachten zum Akklimatisieren in Camp 1 auf 5.300 m. Dienstag folgt dann der Abstieg zurück ins ABC. Soweit der Plan wenn das Wetter uns gut gesonnen ist.



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